In jedem Menschen, der mir begegnet, Christus zu erkennen, ist eine der Herausforderungen, mit der wir uns als ChristInnen täglich konfrontiert sehen.
Die Option für die Armen und Leidenden – und zwar für alle – können wir aus dem Einleitungssatz der Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“ herleiten, wo es heißt: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freunde und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.“ Gott will das Heil aller Menschen, er verschafft den Unterdrückten Recht und hat sich in Jesus denen zugewandt, mit denen niemand etwas zu tun haben wollte. Jesus ist wohl auch der einzige, der vollständig solidarisch mit einem Verzweifelten, der keinen Sinn in seinem Leben/Leiden sehen kann, genannt werden kann. Jesus schickt auch uns heute an die Orte, wo wir Armut und Leid finden; dort begegnen wir ihm – in unseren Nächsten. Auch wenn wir als Pfarre nicht das Leid der Welt besiegen können, ist es doch unser kirchlicher Auftrag, dazu beizutragen, dass das Leid weniger wird, dort konkret zu helfen, wo es möglich ist und strukturelle Sünden, die uns in Politik, Wirtschaft und im sozialen Leben auffallen, aufzuzeigen und beseitigen zu helfen. Kirche und Religion sind nicht Selbstzweck, sondern dazu da, um Jesus immer mehr auf die Spur zu kommen – ganz gleich, wie steinig der Weg zwischendurch sein mag.